Blog: ZEITenDE

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Dualism ain´t the Answer

11.April '25

Wenn Putin böse ist, dann sind wir die Guten.

Wenn Hamas und Hisbollah für Terror stehen, dann stehen wir für Ordnung. 

 

Ach was wäre die Welt einfach, würde ihr Schein Wahrheit sein.

 

Doch allzu oft sehen wir nur ein tragisches Schauspiel zwischen zwei Tyrannen, die um die Herrschaft spielen.

Komplexität der Konflikte

Das ist eine vereinfachte Deutung und teilweise sind es mehr als zwei Konfliktparteien. Wachstumspotenzial kann sich mannigfaltig zeigen, es muss nicht immer auf die Vergrößerung des Herrschaftsgebiets oder des Reichtums hinauslaufen.


Zudem geht es dann auch nur um jene, die mit offenen Karten spielen. Oder zumindest am Tisch sitzen, anstatt um ihn herumstehen oder um ihn herum gehen, wie es in sozialwissenschaftlicher Manier sinnvoll ist. Allzeit bereit die Perspektive um 360° zu drehen und dem politischen Nagel auf den Kopf zu schlagen. Was auf der Bühne passiert, entscheiden nicht nur die die Fäden in der Hand halten.

Des Volkes Leid

Das Leid trägt das Menschenvolk. Allerdings zu oft selbstverschuldet aus Dummheit und oder Unkenntnis. Sein Leben ist das rote Wasser für die Mühlen des Machtgefüges. Schwermütig könnte ich jetzt etwas Weltbürgerliches schreiben wie:

Dabei will das einfache Volk nur Leben in Freiheit und Gerechtigkeit und nicht euren sinnlosen Krieg.

Irrlicht Ideologie

Bei dieser Denke kommt am Ende nur eine pseudo-pazifistische Ideologie raus. Diese lehnt zwar den eigenen Griff zur Waffe ab, doch wird dabei nicht konsequent bleiben.

 

Die Demagogen dieser Ideologie werden anfangs den Krieg in fremden Landen mit Beifallsbekundungen anheizen und teilweise durch geistigen Import ins eigene Land projizieren. Irgendwann auch hetzen, je nachdem wie frei die Freiheit im eigenen Land ausgelegt und wie dementsprechend die Gerechtigkeit darunter leidet.

Dogmatischer Irrglaube

Das Wort Dualismus beschreibt zwei gegensätzliche Auffassung, zwei gegensätzliche Pole oder um zurück zu dessen philosophisch-religiösen Wurzeln zu kommen, Gott und Teufel oder schlicht und einfach: Gut und Böse. Zwei feindlich gesonnene Seiten stehen sich gegenüber. Am Ende siegt selbstverständlich das Gute, damit vorher schon jeder weiß zu wem er halten sollte, um auf der Gewinnerseite zu stehen.

 

Meine gnostische Brille sieht darin eine Illusion mit tragischer Epik. Denn ist dies nicht die einfache Antwort, die wir unseren Feinden vorwerfen und darin unsere Überlegenheit sehen? Wir sind die Guten und werden siegen, nicht wahr? Nicht wahr, doch eine einfache Antwort. Krieg ist böse, doch Frieden ist gut. Liebe ist gut, aber Hass ist böse. So einfach ist, wenn man den Schein heilig sein lässt und sich der Illusionen der süßen Frucht hingibt.

Abrahamitischer Kanon

Die Christen, Muslime und Hebräer teilen diese vereinfachte Weltsicht, alle drei sind abrahamitische Religionen. Doch diese Sichtweise gibt Populisten und Demagogen die Freiheit eine niedrigschwellige Narrative viral zu verbreiten. Eine fatale Weltsicht, zumal im 21. Jahrhundert diese polare Weltsicht den Großteil der Weltbevölkerung teilt. Nein, dafür muss man kein Gläubiger sein. Das ist anthropologische Doktrin. Den wenigsten Menschen ist es möglich, die höhere Logik des Glaubens zu verstehen. Die Masse der Scheinenden sind Eiferer. Diese Unfähigkeit zeigt sich bereits bei einer einzigen Figur der drei abrahamitischen Bücher. Satan.

 

Sowohl im Evangelium als auch im Koran wird Satan mit dem Teufel gleichgesetzt. Dennoch bezweifle ich, dass sich alle Hebräer davon freisprechen können, selbst wenn sie den Tanach im Original lesen können. Was die Christen in Deutschland angeht, muss ich ihnen sogar unterstellen, dass die meisten nicht einmal wissen, dass der Tanach das Alte Testament ist.

 

Satan ist aber eine Abgesandter Gottes. Er prüft die Menschen ob ihrer Frömmigkeit, ihres Glaubens und wenn er Zweifel an ihrer Wahrhaftigkeit hegt, so wird er zum Ankläger. Er ist der himmlische Staatsanwalt, doch dies ist nicht als absolut positiv zu verstehen. Der Umstand das Satan prüfen und klagen muss, zeigt auch, dass dieses Geschöpf nicht unfehlbar sein kann und auch nicht ist, wie Gott selbst im Tanach aufzeigt.

 

Doch auch der Tanach ist wie die Bibel kanonisiert und nicht ganz zu Unrecht. Denn wer schon mit dem Verständnis des Evangeliums Schwierigkeiten hat, dem werden die Apokryphen Bücher wie die Schriften des Propheten Enoch nach zwei Absätzen um den Verstand bringen.

Dualismus als Manipulation

Im Grund ist dies ein sehr gutes Argument für die mittelalterliche Haltung des Vatikans, dass die Deutung der heiligen Schriften nur dem Klerus vorbereiten sein sollte. Da dieser Berufsstand aber nur eine bestimmte Klientel vorbehalten war, hat sich mit Recht der Protestantismus entwickelt.

 

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass lesen zu können, nicht gleichzusetzen ist mit dem Verständnis des Gelesenen. Selbst den Willen zum Verständnis kann man nicht voraussetzen. Man denke nur an all die Schriften und historischen Persönlichkeit, die klar zu Unterstützung der Ideologie diverser Tyrannen missbraucht wurden. Dabei sind Marx und Engels sowie Nietzsche nicht die einzigen Missbrauchsfälle.

 

Doch damit ist nicht gemeint, dass die Suche mit dem Finden ein Ende hat. Letztendlich muss sich jeder eingestehen, dass man Lämmern nicht das Lesen des Weges beibringen kann, auch wenn dies manche Böcke anders sehen.

 

Ebenfalls sollte man sich von der Illusion befreien, dass alle Lämmer selig sind oder ins gelobte Land geführt werden wollen. Manche zehren bereits am Honig, der hierzulande fließt, obschon es goldenes Gift ist.

 

Götzendienern sollte man ihre Liebe lassen, selbst wenn sie dadurch ihr Leben lassen. Und das Brüllen sollte man nicht verkennen. Weder am Tage noch in einer Vollmondnacht. In mondloser Mitternacht ist jeder Pelz gleich und für manche nicht einmal von einer Mähne zu unterscheiden.

Die Essenz ist somit, dass der dualistische Narrativ nur zur Manipulation des Pöbels dient und somit lediglich einfache Antworten jedweder Ideologie und Dogmatik bieten kann, doch keine Lösungen.

11.April ´25

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